Bibelverbreitung: Katholischer Landeschef wirbt für Lutherbibel

(idea/Wittenberg) Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), hat zum Studium der Lutherbibel ermutigt. Sie gehöre in jede Hand und sollte täglich gelesen werden. Wer aus der Bibel seine Kraft ziehe, sei im Alltag gut bewahrt, sagte der Katholik am 3. Dezember bei einer Feier in der Schlosskirche der Lutherstadt Wittenberg. Dazu eingeladen hatten die Bild-Zeitung und die EKD. Anlass war die Vorstellung der im Quadriga-Verlag (Berlin) erschienenen „Jerusalem-Bibel“ in der Übersetzung Martin Luthers (1483-1546). Die drei Kilo schwere Ausgabe mit Leinenband und geschnitztem Jerusalem-Kreuz ist illustriert mit Lithographien des englischen Zeichners David Roberts, der das Heilige Land im 19. Jahrhundert bereiste. Sie kostet 49,90 Euro. Seit 2004 hat die Bild-Zeitung bereits die Volksbibel, die Goldbibel, die Immendorf-Bibel und eine Benedikt-Bibel herausgegeben und damit etwa eine Million Exemplare der Heiligen Schrift verkauft. Der stellvertretende Chefredakteur, Alfred Draxler (Berlin), erklärte, mit den Veröffentlichungen wolle der Axel-Springer-Verlag keinen Gewinn erzielen, sondern zur Verbreitung christlicher Werte beitragen.

EKD: „Lutherbibel ist das Original“

Der Vizepräsident des Kirchenamts der EKD, Thies Gundlach (Hannover), erinnerte daran, dass zahlreiche geflügelte Worte auf die Lutherbibel zurückgehen. Viele Menschen benutzten Redewendungen wie „auf Herz und Nieren prüfen“, „die Hände in Unschuld waschen“ oder „Perlen vor die Säue werfen“, ohne zu wissen, dass sie aus der Bibel stammen. Zwar freue er sich über neue Bibelübersetzungen, so Gundlach, „aber die Lutherbibel – das ist das Original!“ Sie sei ein einzigartiges Premiumprodukt, das an Sprachkraft und Bildreichtum kaum zu überbieten sei. Der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Munib A. Younan (Jerusalem), rief dazu auf, die Bibel ins Zentrum von Kirche und Gesellschaft zu rücken. Sie trage zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung bei. Der Palästinenser Younan bat ferner darum, für Frieden im Nahen Osten zu beten.

Lutherbibel kostete einst so viel wie 17 Gänse

Der Altbischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Jobst Schöne (Berlin), wies darauf hin, dass die vollständige Bibelübersetzung Martin Luthers bei ihrem erstmaligen Erscheinen im Jahr 1534 ein Vermögen gekostet habe. Sie habe damals „den Gegenwert eines zentnerschweren Schweines oder von 17 fetten Gänsen“ gehabt. Dagegen sei der Kauf einer Bibel heute zum Schnäppchen-Preis möglich. Luthers Übersetzung vereine unvergleichliche Sprachgewalt und Nähe zum Urtext. Er wünsche sich, dass die Luther-Übersetzung für alle deutschsprachigen Christen zum „einigenden Band“ werde – auch für Katholiken.

Originalartikel

 

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