Christliche Medien 2011: Neue Entwicklungen in Radio, TV und Internet

Digital Radio DAB+: Christliche Sender von Anfang an dabei

Im August 2011 sah Deutschland den Startschuss für den neuen digitalen Radiostandard DAB+ . Er bedeutete gleichzeitig die Premiere für nationale Privatradiosender hierzulande neben den öffentlich-rechtlichen Wellen Deutschlandfunk, Deutschlandradio und – dem ebenfalls neuen – DRadio Wissen. Zwei der zehn privaten Sender, mithin 20%, sind christliche Stationen: ERF Radio und Radio Horeb. Das bedeutet gleichzeitig noch zwei weitere Premieren: Christliche Sender sind erstmals vom Start einer neuen Technologie von Anfang dabei und tragen mit ihrer Marketingstrategie aktiv zum Kauf  der neuen Geräte und zur Etablierung der neuen Technologie bei. Und erstmals decken christliche Medien die gesamte Verbreitungkette komplett ab: Buch, Zeitschrift, TV, Radio und Internet. ERF Radio war vorher zwar schon über Mittelwelle, Satellit und Internet zu empfangen, aber nicht auf dem Hauptempfangsweg über die Antenne. Ähnlich verhielt es sich bei Radio Horeb. Noch gibt es nicht allzu viel DAB+ Empfänger im Markt, aber die Kauftendenz ist hoffnungsvoll. Während der Vorgänger DAB bei den Konsumenten nie akzeptiert wurde, hat DAB+ gute Chancen, UKW in einem weichen Übergang als wichtigsten Empfangsweg abzulösen.

Gimme five: EWTN katholisches TV seit November

Im November weitete EWTN Deutschland seine deutschsprachige Sendezeit auf  24 Stunden aus. Mit dem Wechsel zu einem komplett deutschsprachigen Programm, ausgestrahlt auf dem Satelliten Astra, wurde auch der bisherige Name EWTN Europe durch eine neue Firmierung abgelöst: EWTN katholisches TV. Der Fernsehsender EWTN, von der Nonne Mother Angelica gegründet, ist das weltweit größte katholische TV Network. Der deutsche Ableger mit Sitz in Köln arbeitete sich seit seinem Start im Jahr 2000 Schritt für Schritt mit dem Ausbau des deutschen Programmanteils voran. Jetzt haben Geschäftsführer Martin Rothweiler und sein Team es geschafft: EWTN katholisches TV ist der fünfte deutschsprachige christliche 24-Stundensender neben Bibel TV, ERF 1, Hope Channel und K-TV.

Internet und Social Networks: Vom quantitativen zum qualitativen Kontakt

Soziale Netzwerke wie Youtube, Facebook, Twitter erweitern die Effektivität der christlichen Sender bedeutend. Bibel TV z.B. hat 3.500 Freunde auf seiner Facebook-Seite, die sich über den Sender austauschen, die Programme diskutieren, sich informieren usw. Die Videos des Senders wurden auf YouTube  bisher 1,5 Mio. Mal abgerufen, kommentiert, benotet usw. Die Videotheken der christlichen Sender sehen steigende Nutzungszahlen. Die Programme können so unabhängig von den Sendezeiten angesehen werden. Der Nutzer, sprich: User, wird selbst zur aktiv handelnden Person. Der Alpha Glaubenskurs wurde u.a. deswegen weltweit so erfolgreich, weil die Teilnehmer sich selbst artikulieren dürfen, nach dem Motto: Jede Frage darf gestellt werden. Ähnlich sind auch hier die Beteiligten nicht nur passive Zuschauer, sondern können sich selbst artikulieren. Das bedeutet für die Zukunft: Internet und Soziale Netzwerke haben das Potential, die quantitativen Massenkontakte, die durch die Ausstrahlung der christlichen Sender entstehen, zu individuellen qualitativen Kontakten zu optimieren. Mit der Möglichkeit, in einer ganz neuen Größenordnung mit Interessenten in einen interaktiven Austausch zu treten, geht die Evangeliums-Vermittlung in eine neue, bisher nicht gekannte Dimension.

Print Friendly
UA-15643972-1