Dr. Volker Jung: Menschen aktivieren ihren Glauben zu leben

Kirchenpräsident beeindruckt von Arbeit bei ERF Medien
(ERF/Wetzlar). Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, hat den von der Evangelischen Kirche in Deutschland angestoßenen Kurs „Erwachsen glauben“ gewürdigt.  In einem Interview mit dem Radiosender ERF Pop von ERF Medien (Wetzlar), sagte er, durch den Glaubenskurs sollten Menschen in der Sprachfähigkeit ihres Glaubens gestärkt werden. In diesem Jahr laufen seinen Angaben zufolge knapp 100 Kurse in den 47 Dekanaten der Landeskirche. Der Kurs helfe missionarische Akzente zu setzen, dadurch Menschen dafür zu aktivieren, ihren Glauben in der Gemeinde sowie im Alltag zu leben.

Ferner sprach sich der Kirchenpräsident dafür aus, die rückläufigen Mitgliederzahlen der Gemeinden nicht depressiv über sich ergehen zu lassen, sondern die damit einher gehenden Veränderungen kreativ zu gestalten. Er wolle dazu ermutigen, den Glauben darin aktiv zu leben. Zwar müsse man sich von manchen liebgewordenen Strukturen verabschieden und neu formieren, aber die Kirche könne weiterhin ihren Auftrag erfüllen, den Glauben in die Welt zu bringen und Menschen zu helfen ihren Glauben zu leben.

Jung ging auch auf den Kooperationsprozess der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ein. Der Kooperationsprozess der beiden Landeskirchen widme sich den Bereichen Akademiearbeit, Mission und Ökumene, Religionspädagogik und der theologischen Aus- und Fortbildung. Eine Fusion sei nicht beabsichtigt. Die beiden Kirchen seien stark genug, um eigenständig zu bleiben.

Der Kirchenpräsident wies darauf hin, dass mit dem Finanzplatz Frankfurt im Gebiet der Landeskirche ethische Fragen aufgeworfen werden. Die Kirche sei gefragt, wachsam für die Ängste der Menschen zu sein, die mit den Finanzmärkten einhergehen. Auch Fragen um das Thema Migration würden durch die stark international geprägte Metropolregion Rhein besonders ins Blickfeld gestellt. Es sei eine Herausforderung für die Kirche, zu einem Miteinander der Menschen beizutragen. Als positive Beispiele nannte er, dass sich innerhalb der Landeskirche inzwischen eine indonesische und eine koreanische Gemeinde gebildet haben.

Der seit 2009 amtierende Kirchenpräsident besuchte erstmals das in Wetzlar beheimatete Werk ERF Medien. Er zeigte sich beeindruckt, dass der ERF mit verhältnismäßig geringen Mitteln das Evangelium in so großer Vielfältigkeit verbreite. Es sei inspirierend, wie sich der ERF auf die neuen Medien einstelle. Er wünschte dem Unternehmen, dass viele Menschen in Deutschland diese Angebote nutzen und sich für den Glauben ansprechen lassen.  Den ERF bezeichnete er als ein beeindruckendes Unternehmen, das sich als freies Werk hauptsächlich aus Spenden finanziert. Dies bedeute eine große Herausforderung, die Arbeit inhaltlich so gut zu gestalten, dass die Zuschauer, Hörer und Internetuser dafür Geld geben. ERF Medien verbreitet mit einem Jahresetat von rund 14,5 Millionen Euro drei Radioprogramme, das Fernsehprogramm ERF 1 sowie 15 Internetangebote.

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