Benedikt XVI.: Gott bleibt seinen Versprechen treu

Weihnachtsbotschaft des Papstes

(h2Onews/24.12.2010) Ich erinnere mich mit großer Dankbarkeit an meinen viertägigen Besuch im Vereinigten Königreich im vergangenen September und ich habe nun die Freude,   erneut meine Grüße an euch zu richten, vor allem auch alle Zuhörer zu grüßen, wo auch immer sie sind, während wir uns darauf vorbereiten, die Geburt Christi zu feiern.

Unsere Gedanken kehren zu einem Moment der Geschichte zurück, in dem das auserwählte Volk Gottes, die Kinder Israels, in gespannter Erwartung lebten. Sie erwarteten den Messias, dessen Kommen Gott versprochen hatte, den sie als einen mächtigen Führer vorstellten, der sie von der fremden Herrschaft befreien und ihre Freiheit wieder herstellen werde. Gott ist seinen Versprechen immer treu, aber er überrascht uns oft über die Art, wie er sie erfüllt. Das Kind, das in Bethlehem geboren wird, hat die Befreiung gebracht, aber nicht nur für die Menschen jener Zeit und dieses Ortes  – er war der Erlöser aller Menschen, jeder Zeit und jedes Ortes der Geschichte.

Und die Befreiung, die er brachte, war nicht politisch, durch militärische Mittel erreicht: Ganz im Gegenteil, Christus hat den Tod für immer besiegt und das Leben durch seinen schmerzhaften Tod am Kreuz wieder hergestellt.

Und obwohl er in Armut und verborgen geboren wurde, weit weg von den Zentren der irdischen Macht, war er doch der Sohn Gottes selber. Aus Liebe zu uns hat er unsere menschliche Natur, unsere Schwäche, unsere Verwundbarkeit angenommen und uns einen Weg zur Fülle des Lebens durch die Teilhabe an Gottes eigenem Leben  eröffnet. Während wir an diesem Weihnachtsfest in unseren Herzen dieses Geheimnis meditieren, danken wir Gott für seine Güte uns gegenüber, und verkünden wir mit Freude allen um uns herum die freudige Botschaft, dass Gott uns die Freiheit  von allem, was uns unterdrückt, anbietet.

Er schenkt uns Hoffnung, er schenkt uns Leben. Liebe Freunde in Schottland, England, Wales und in jedem Teil der angelsächsischen Welt, ich möchte, dass ihr wisst, dass ich euch in dieser Heiligen Zeit immer in meine Gebete einschließe. Ich bete für eure Familien, für eure Kinder, die Kranken, alle, die unter verschiedensten Schwierigkeiten dieser Zeit leiden. Ich bete ganz besonders für die Alten und für diejenigen, die am Ende ihrer Tage stehen.

Ich bitte Christus, das Licht der Völker, jede Dunkelheit aus eurem Leben zu vertreiben und jedem von euch die Gnade eines friedlichen und freudigen Weihnachtens zu schenken. Der Herr segne euch alle.