Schweiz: Analoges Kabel-TV soll abgeschaltet werden

(SatelliFax) Geht es nach dem Willen des Schweizer Bundesrates, müssen Kabelnetzbetreiber wie zum Beispiel die Cablecom relevante Fernsehsender künftig nicht mehr in der analogen Technik anbieten. Noch bis zum 30. März 2012 können interessierte Kreise zur entsprechenden Änderung der Radio- und Fernsehverordnung Stellung nehmen. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) befürwortet grundsätzlich diese Änderung, sieht aber beim Umsetzungszeitpunkt und bei der Verschlüsselung der TV-Sender Korrekturbedarf gegenüber der vom Bundesrat vorgeschlagenen Lösung.

Kabelnetzbetreiber wie die Cablecom müssen bis zu 20 ganz bestimmte Fernsehsender (sogenannte Must-Carry-Programme) sowohl analog als auch digital verbreiten. Geht es nach dem Willen des Bundesrates, soll diese Pflicht künftig nur noch in einer der beiden Technologien bestehen – was in der Praxis bedeutet, dass das analoge Angebot schrittweise abgebaut wird. Zu dieser Änderung der Radio- und Fernsehverordnung können interessierte Kreise noch bis morgen Freitag Stellung nehmen.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) befürwortet in ihrer Stellungnahme grundsätzlich diesen Schritt, insbesondere da ein analoger Kanal etwa die gleiche Bandbreite braucht wie zehn digitale. Zudem soll der technologische Fortschritt nicht durch gesetzliche Blockaden aufgehalten werden.

Die SKS verlangt jedoch, dass die Bundesratsvorlage in zwei Punkten geändert wird:

• Verschlüsselungsverbot für Grundangebot:
Einige Kabelnetzbetreiber aber auch die Internetlösungen von Swisscom und Sunrise bieten digitales Fernsehen nur verschlüsselt an. Der Kunde braucht für die Entschlüsselung eine Set-Top-Box oder eine Smartcard. Die Verschlüsselung ist jedoch nicht notwendig, wie das Beispiel einiger Anbieter (zum Beispiel Quickline) zeigt, die freiwillig darauf verzichten. Die SKS fordert, dass ein Grundangebot von 50 relevanten TV-Sendern (d.h. vom Anbieter frei zu bestimmende Sender und die vorgeschriebenen Must-Carry-Programme) unverschlüsselt gesendet werden muss.

• 90-Prozent-Regel:
Das UVEK darf die Verbreitungspflicht der analogen TV-Sender erst aufheben, wenn 90-95% der TV-Kunden auf digitales Fernsehen umgestiegen sind.

Print Friendly
UA-15643972-1