Botschafter des Irak am Heiligen Stuhl: „Irak bekämpft den Terrorismus im Namen der ganzen Menschheit“

( o2news/23/11/2010) „Terroristen sind die Feinde der Menschheit und nicht nur Feinde des Christentums. Sie vergossen das Blut der Muslime vor dem Blut der Christen. Der Terrorismus hat nie zwischen Christen und Muslimen unterschieden.“ Dies sagte der irakische Botschafter am Heiligen Stuhl, Herr Habbeb Al Sadr in einem Treffen, in dem er das Blutbad in der Kirche Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe vom 31. Oktober ansprach, in dem 55 Menschen ums Leben kamen.

Al Sadr sagte nannte als Ziel der Terroristen, den Irak von seinen christlichen Einwohnen zu „reinigen“, und er sieht einen Zusammenhang zwischen der Synode der Bischöfe für den Mittleren Orient und dem Angriff. Die Synodenväter hätten nämlich eine solide Grundlage für den interreligiösen Dialog gelegt:

„Diese Angriffe sollten eine Botschaft für die Synodenväter sein, denn den Terroristen gefällt diese Beziehung der Nähe zwischen Christen und dem Islam nicht. Sie wollen diese Nähe zerstören und geben vor, im Namen aller Muslimen zu sprechen, auch derjenigen, die den Dialog möchten. Sie wollen fälschlicherweise sagen, dass es keinen Dialog mit den Christen geben dürfe.“

Der Botschafter lud die irakischen Christen dazu ein, Geduld zu haben, den terroristischen Drohungen nicht zu glauben und keinen nicht-irakischen Schutz in Anspruch zu nehmen, denn gerade dies sei das Ziel der Terroristen und mit dieser Anklage würden sie weiterer terroristische Attacken rechtfertigen. Al Sadr hat auch eine Einladung an den Heiligen Stuhl ausgesprochen:

„Die irakischen Christen zu bitten, standhaft zu bleiben, das Opfer mit ihren irakischen Mitbürgern zu teilen und nicht aus dem Irak auszuwandern. Der Irak ist das Heimatland der Christen: die Christen sind wahre Bürger des Irak. Es ist eine Schande, dass die eigenen Bürger ihre Häuser auf Grund von terroristischen Hassandrohungen verlassen müssen.“

„Es ist unsere Bestimmung, dass wir als Iraker“, so der irakische Diplomat, „diesen Kampf beim Namen nennen, nicht nur im Namen des Irak, sondern im Namen der internationalen Gemeinschaft, denn der Terrorismus ist nicht nur Feind des Irak, er ist Feind der ganzen Menschheit.“

„Wenn der Irak besiegt wird, was Gott verhüte, was wird dann die Situation der Europäer sein? Kein Franzose, Italiener, Engländer oder anderer Europäer kann mehr ruhig schlafen, wenn der Irak seinen Kampf gegen diesen Hass nicht gewinnt. Wir kämpfen nicht nur, um unsere Existenz und unsere Zukunft zu sichern, sondern auch für die Existenz und die Zukunft der ganzen Menschheit.“

Der Irak hatte seinerzeit laut seinem Repräsentanten am Heiligen Stuhl die Seite der Krieges und der Konflikte, der Armeen und Massenvernichtung aufgeschlagen. „Heute“, so schloss er, „will der Irak Beziehungen der gegenseitigen Interessen und des Respektes aufbauen und einer Politik folgen, die nicht in die Angelegenheiten der anderen Länder eingreift, vor allem nicht in seine Gebiete.“

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