Kampagne gegen Bibel TV in München

(digital fernsehen) Der Bund für Geistesfreiheit (BFG) in München hat eine Kampagne gegen die DVB-T-Ausstrahlung des Senders Bibel TV gestartet. Der Verband fordert unter dem Motto "Stoppt Bibel TV!" ein Ende der Ausstrahlung des "wissenschaftsfeindlichen und fundamentalistischen Propagandasenders".

In einer Mitteilung des BFG vom Mittwoch heißt es: „Bibel TV darf man als Propagandasender einstufen, der wissenschaftsfeindlich und fundamentalistisch ist und mittelalterliche Desinformation verbreitet.“ Bibel TV wird seit Anfang August über DVB-T in München und Umgebung ausgestrahlt. Die Bayerische Landeszentrale für Medien (BLM) hatte die Ersetzung von Tele 5 durch Bibel TV vorgenommen.

Laut BFG verstößt die Ausstrahlung des Senders gegen mehrere Punkte der Satzung der BLM. Danach dürfe durch eine Änderung die Situation grundsätzlich nicht verschlechtert werden. Das sei aber geschehen, also liege ein massiver Verstoß vor. Außerdem sei der Medienrat der BLM „an der gesellschaftlichen Realität vorbei besetzt“. „Die Zahl der Nichtreligiösen ist größer als die Mitgliederzahl jeder Religionsgemeinschaft. Trotzdem sitzen keine Vertreter von Aufklärung und Geistesfreiheit im Medienrat, gegenüber mehreren Religionsvertretern“, kritisiert der BFG. Das sei ein schwerwiegender Verstoß gegen den Staatsauftrag der Meinungsvielfalt.

Der BFG München hat gegen diese Verstöße Protest eingelegt und die sofortige Herausnahme von Bibel TV aus dem Netz eingefordert. Außerdem verlangte der BFG eine Umbesetzung des Medienrats entsprechend den weltanschaulichen Paritäten. Beide Forderungen seien bisher von der BLM ignoriert worden. Der Interessenverband rief daher alle TV-Zuschauer, die das Verhalten der BLM ebenso kritikwürdig finden, auf, sich darüber beim Bayerischen Wissenschaftsministerium zu beschweren.

Die Ursprünge des Bundes für Geistesfreiheit reichen bis zur Deutschen Revolution von 1848 zurück. Die Organisation geht auf die freireligiöse Bewegung zurück. Das erklärte Ziel des BFG ist die Interessenvertretung der konfressonsfreien Bürger – also Menschen, die keiner Kirche angehören. Diese machen allein in Bayern rund 22 Prozent der Bevölkerung aus.

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