Mehrheit der Deutschen führt analoges Leben

(digitalfernsehen) Zwei von drei Deutschen sind noch nicht in der digitalen Gesellschaft angekommen. Das ist das Ergebnis der Studie "Die digitale Gesellschaft - sechs Nutzertypen im Vergleich", die die Initiative D21 am Donnerstag veröffentlichte. Laut der Studie sind inzwischen 37 Prozent der deutschen Bevölkerung in der digitalen Alltagswelt angekommen. Noch immer ist allerdings die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht Teil der digitalen Gesellschaft. Sowohl zu den "Digitalen Außenseitern" als auch den "Gelegenheitsnutzern" zählen sich 28 Prozent der Bevölkerung. Werden die "Berufsnutzer" (7 Prozent) noch hinzugenommen, sind insgesamt 63 Prozent unserer Gesellschaft nicht oder wenig souverän im Umgang mit der digitalen Technik und ihren Medien, so die Studie.


D21-Gesamtvorstandsmitglied Ulrich Hermann, sieht die Herausforderungen besonders im Bildungssystem: „Eine moderne Volkswirtschaft benötigt eine Bevölkerung auf hohem Bildungsniveau. Dabei ist die digitale Kompetenz von gleicher Bedeutung wie Lesen, Schreiben oder Rechnen. Denn ohne Internet ist heute kaum noch ein Entwicklungs- und Forschungsprojekt umsetzbar.“ Das Bildungssystem stehe hier in der Verantwortung, allen Bevölkerungsschichten maßgeschneiderte Angebote bereitzustellen und die digitalen Medien als selbstverständliches Lernwerkzeug in die Wissensvermittlung zu integrieren.

Die digitalen Außenseiter (28 Prozent) sind mit den Gelegenheitsnutzern die größte und gleichzeitig mit einem Durchschnittsalter von 64,9 Jahren die älteste Gruppe. Auch die Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte schrumpfte, haben die verbliebenen digitalen Außenseiter ein noch geringeres Potenzial und noch eingeschränktere Nutzungsmuster als im Vorjahr. Nur zwölf Prozent können einen Brief am Computer schreiben und kennen selbst Begriffen wie E-Mail oder Homepage nicht. Beinahe unverändert ist der Anteil der Gelegenheitsnutzer (28 Prozent). Die digitalen Möglichkeiten werden von dieser Gruppe nur spärlich genutzt. In der Regel verfügen sie aber zumindest über einen Computer und einen Drucker im eigenen Haushalt.

Im Vergleich zu den Gelegenheitsnutzern haben die Berufsnutzer (sieben Prozent) eine deutlich bessere digitale Infrastruktur am Arbeitsplatz und übertreffen die Gelegenheitsnutzer deutlich. Nahezu 80 Prozent der Berufsnutzer verbringen aus beruflichen Gründen zwei oder mehr Stunden vor dem Computer. Die Trendnutzer (20 Prozent) haben mit neun Prozentpunkten das größte Wachstum aller Gruppen im Vergleich zum Vorjahr. Sie sind privat sehr gut mit digitaler Technik ausgestattet und verfügen vollständig über einen Internetzugang. Zudem ist mit 57 Prozent der Trend zur mobilen Internetnutzung gerade bei dieser Gruppe stark ausgeprägt.

Sowohl zu Hause als auch im Büro verfügen die digitalen Profis (zwölf Prozent) über eine hervorragende digitale Infrastruktur. Darüber hinaus haben sie sich umfangreiche Kompetenzen und professionelle Fähigkeiten angeeignet. Über beinahe alle Fachbegriffen verfügen sie über eine sehr klare Vorstellung. Die Zeit vor dem Computer verbringen sie eher rational als mit Unterhaltung. Die digitale Avantgarde macht nur fünf Prozent aus. Sie verfügt über die beste digitale Infrastruktur aller Gruppen. Auffallend hoch ist darüber hinaus die mobile und geschäftliche Internetnutzung. Im Durchschnitt verbringen diese Menschen zehn Stunden vor dem Computer.

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