Millionen hungern: Kirchliche Hilfswerke weiten Einsatz in Ostafrika aus

Wegen der Hungersnot in Ostafrika verstärken die kirchlichen Hilfswerke ihr Engagement in den betroffenen Ländern Somalia, Äthiopien und Kenia. Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international stellten zusätzlich insgesamt 600.000 Euro für Soforthilfe bereit. (jesus.de) Rund 15.000 Hungernde in der somalischen Region Galguduud sollen Lebensmittel, Trinkwasser, Planen und Moskitonetze erhalten. «Die Brunnen in den Dörfern sind versiegt, die Vorräte sind aufgebraucht und die Tiere sterben», berichten somalische Partner von Diakonie und Caritas. Ziel der beiden kirchlichen Hilfswerke ist es, die Hungernden in Somalia in ihren Dörfern zu versorgen, um eine Abwanderung in die Städte zu verhindern. Am Rand der Hauptstadt Mogadischu wird außerdem nach Brunnen gebohrt.

Im Bürgerkriegsland Somalia ist die Versorgung der Hungernden besonders schwierig, weil große Landesteile unter Kontrolle der islamistischen Al-Schabaab-Milize stehen. Erst vor kurzem hatten die Machthaber ihre Drohungen gegen internationale Helfer zurückgenommen, die sie Ende 2009 vertrieben hatten.

In Ostafrika sind insgesamt zwölf Millionen Menschen infolge der schwersten Dürre seit 60 Jahren von Hunger bedroht. Die Kindernothilfe versorgt fast 3.000 Kinder und ihre Familien mit Wasser und Nahrung. In Mogadischu würden zudem Schutzzentren für Flüchtlingskinder errichtet und Wassertanks an zehn Notschulen eingebaut.

Täglich treffen nach UN-Angaben rund 3.000 erschöpfte Somalier in Äthiopien und Kenia ein. «Unser Ziel ist es, Kinder und ihre Familien mit Hilfsmaßnahmen zu erreichen, bevor sie sich auf diese Kräfte raubenden und lebensbedrohenden Fußmärsche machen», erklärte der Kindernothilfe-Vorsitzende Jürgen Thiesbonenkamp.

Axel Rottländer von CARE Deutschland-Luxemburg berichtet aus dem Flüchtlingslager Dadaab in Kenia: «Besonders die Kinder sind sehr geschwächt. Viele von ihnen sterben schon in den ersten 24 Stunden nach ihrer Ankunft, das versuchen wir mit Nahrung und Wasser zu verhindern.»

Der katholische Erzbischof in Bamberg, Ludwig Schick, rief zu Spenden für die Hungernden auf. «In dieser humanitären Katastrophe müssen wir alle unsere Kräfte aufbieten», schrieb der Geistliche in einem Aufruf. Schick sieht in fehlender Bildung eine der Ursachen für Hunger.

Wer nicht rechnen und schreiben könne, könne sich nicht an den Strategien zur Sicherung der Ernährung beteiligen. Zudem müsse mehr für den Klimaschutz getan werden. Die Erderwärmung führe zur Ausbreitung der Wüste. Eine klare Absage erteilte der Erzbischof dem Anbau von Energiepflanzen zur Herstellung von Treibstoff: «Getreide gehört auf die Tische und nicht in den Tank», betonte er.

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