Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Das Erste ist live dabei

(SatelliFax/Das Erste) Vom 22. bis 25. September ist der Papst vier Tage zu Gast in Deutschland. Das Erste begleitet seine mit Spannung erwartete Reise nach Berlin, Erfurt, Etzelsbach und Freiburg mit einer ausführlichen Live-Berichterstattung und zahlreichen Sondersendungen von insgesamt über 13 Stunden Dauer. Ferner werden die Dritten Programme der ARD, Phoenix sowie die ARD-Hörfunkwellen den Besuch ebenfalls journalistisch aufbereiten und kommentieren.

Bernhard Nellessen, ARD-Kirchenkoordinator und SWR-Fernsehdirektor, über die Bedeutung des Papst-Besuchs und die Berichterstattung im Ersten: „Der Besuch eines Papstes ist immer etwas Besonderes. Wenn das geistliche Oberhaupt der mit rund 1,2 Milliarden Mitgliedern größten Glaubensgemeinschaft der Welt seinen Fuß auf fremden Boden setzt, ist das nicht nur für die Katholiken dieses Landes ein Höhepunkt. Dies gilt umso mehr, wenn der Papst Benedikt XVI. heißt und das von ihm besuchte Land Deutschland ist.
Und dennoch: Bei seinem Besuch im September wird der Papst ausgerechnet in seinem Heimatland auf eine Kirche treffen, die unter Krisen und Skandalen leidet und von personeller Auszehrung bedroht ist. Es wäre töricht, dies zu bestreiten. Andererseits haben die Katholiken in Deutschland einen Dialogprozess begonnen, der ihrer Kirche helfen soll, verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und die Herausforderungen einer säkularen Gesellschaft zu bestehen. Vor diesem Hintergrund ruhen besonders viele Hoffnungen auf dem ersten deutschen Papst seit knapp 500 Jahren, als „Oberster Brückenbauer“ neue Impulse zu setzen.
Die ARD wird den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Berlin, in Erfurt, Etzelsbach und Freiburg ausführlich in Sondersendungen und in ihrer aktuellen Berichterstattung begleiten und dokumentieren. Dass alle päpstlichen Gottesdienste auf deutschem Boden in den öffentlich-rechtlichen Systemen ARD und ZDF übertragen werden, ist Ausdruck unserer Verpflichtung, eine Mitfeier für alle diejenigen zu ermöglichen, die nicht vor Ort sein können. Eröffnet wird die Reihe unserer Sendungen zum Papstbesuch in Deutschland allerdings schon einige Tage vor der Landung des hohen Gastes in Berlin. Wie schon sein Vorgänger Papst Johannes Paul II. wird auch Benedikt XVI. sich mit einem von ihm gesprochenen ‚Wort zum Sonntag‘ an die deutschen Fernsehzuschauer wenden. Seine Ansprache wird am 17. September um 22.55 Uhr ausgestrahlt und mit Sicherheit einen ganz eigenen Akzent in der Geschichte einer der traditionsreichsten Sendereihen des Deutschen Fernsehens setzen.“

Papst Benedikt XVI. in Deutschland – die Sendetermine im Ersten:

Montag, 19. September 2011, um 22.45 Uhr Zwischen Sturm und Grabesruhe – Das katholische Deutschland vor dem Papstbesuch (RBB) Benedikt XVI. trifft in Deutschland auf eine verunsicherte und tief gespaltene Kirche. Nach dem Sturm des Missbrauchsskandals sind die Austrittszahlen im vergangenen Jahr auf Rekordhöhe gestiegen. Während die einen versuchen, die Krise auszusitzen und katholisches Selbstbewusstsein zu demonstrieren, dringen andere auf überfällige Reformen. Mehr als 300 Theologen/-innen und prominente katholische Politiker/-innen fordern einen Aufbruch, die Grabesruhe solle beendet werden. Viele Gläubige leiden unter verknöcherten Lehren zur Sexualmoral, zum Umgang mit wiederverheirateten oder konfessionsverschiedenen Ehepartnern. Sie wünschen sich ein klärendes Wort des Papstes, um die vielfach gelebte Doppelmoral zu beenden. Und sie wünschen sich deutliche Worte ihres Oberhauptes, wie verloren gegangenes Vertrauen zurück gewonnen werden kann. Eine der Ausnahmen: das Kernland der Reformation. Die aktuelle Krise hat die meisten ostdeutschen Christen nicht erfasst. Egal oder protestan tisch oder katholisch: Sie fiebern dem „Jahrtausendereignis Papstbesuch“ entgegen. Der Film von Margarethe Steinhausen gibt eine Bestandsaufnahme drei Tage vor dem ersten offiziellen Besuch des deutschen Papstes in seinem Heimatland. Die Redaktion hat Friederike Sittler (RBB).

Donnerstag, 22. September 2011 (RBB)
Von 15.55 bis 20.45 Uhr live im Ersten
Der erste Staatsbesuch des deutschen Papstes in seiner Heimat ist ein Politikum. Schon die Einladung zur Rede im deutschen Bundestag hatte für Streit gesorgt. Die einen halten diesen Auftritt des vatikanischen Staatsoberhauptes für eine Ehre und den Höhepunkt der Reise; die anderen sehen die Trennung von Kirche und Staat gefährdet. Am Brandenburger Tor ist eine Gegendemonstration geplant. Mit Spannung wird erwartet, welche Akzente Benedikt XVI. setzt, wie politisch er sich bei der Rede im Deutschen Bundestag äußert und ob er die Opfer des Missbrauchs durch katholische Geistliche um Entschuldigung bitten wird. Nach der Rede im Parlament feiert Papst Benedikt XVI. im Olympiastadion eine zweistündige Messe, zu der 70.000 Gläubige erwartet werden. Das Erste überträgt live aus dem Bundestag und Olympiastadion. Moderation: Claudia Nothelle und Ulrich Deppendorf; Gäste sind unter anderen Alois Glück (Vorsitzender des Zentralkomitees deutscher Katholiken) und Bundestagsvi zepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt (Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands). Reporter sind Rainald Becker, Anna Kyrieleis und Friederike Sittler.

Freitag, 23. September 2011 (MDR)
Von 17.15 bis 19.00 Uhr live im Ersten
Zum ersten Mal besucht ein Papst Ostdeutschland. Am Freitagnachmittag wird er an der Wallfahrtskapelle Etzelsbach im thüringischen Eichsfeld erwartet. Dieser Ort blickt auf eine jahrhundertealte Wallfahrtstradition zurück. Benedikt der XVI. wird dort eine Marianische Vesper feiern, zu der bis zu hunderttausend Pilger erwartet werden. Das Erste überträgt den Gottesdienst live und stellt diesen außergewöhnlichen Flecken Erde nahe Heiligenstadt genauer vor. Bereits am Vormittag wird sich der Papst mit Vertretern der Evangelischen Kirche Deutschlands im Erfurter Augustinerkloster zu einem ausführlichen ökumenischen Dialog treffen. Auch darüber werden wir in der Sondersendung ab 17.15 Uhr berichten.

Samstag, 24. September (MDR)
Von 8.35 bis 11.40 Uhr live im Ersten
Vor der faszinierenden Kulisse des Erfurter Doms feiert Papst Benedikt XVI. eine Heilige Messe mit rund 28.000 Menschen. Das Erste überträgt die Messe live. MDR-Chefredakteur Wolfgang Kenntemich wird in beiden Sondersendungen mit Vertretern der katholischen, aber auch der evangelischen Kirche, mit Experten und Politikern diesen Besuch einordnen. Dazu geben zahlreiche Beiträge tiefere Einblicke in die Situation der katholischen Kirche in Deutschland. Vor welchen Herausforderungen steht sie? Welche Reaktionen gibt es auf den Papstbesuch in Thüringen?

Samstag, 24. September 2011 (SWR)
Von 13.15 bis 14.50 Uhr live im Ersten
Das Erzbistum Freiburg ist letzte Station der viertägigen Deutschlandreise von Papst Benedikt XVI. In Lahr wird der Papst vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann begrüßt und besucht danach das Freiburger Münster. Auf dem Münsterplatz richtet Papst Benedikt XVI. ein Grußwort an die Stadtbevölkerung. Das Erste berichtet live in einer Sondersendung, moderiert von Clemens Bratzler, dem als Experte Daniel Deckers (Frankfurter Allgemeine Zeitung) zur Seite steht.

Sonntag, 25. September 2011 (SWR)
Von 16.45 bis 18.05 Uhr live im Ersten
Nach dem Abschlussgottesdienst am Morgen wird Papst Benedikt XVI. Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz und Bundesverfassungsrichter treffen. Im Anschluss daran hält der Papst im Freiburger Konzerthaus vor engagierten Katholiken aus Kirche und Gesellschaft eine Rede, die mit Spannung erwartet wird. Das Erste berichtet live aus dem Konzerthaus. Moderation: Clemens Bratzler, dem als Experte Daniel Deckers (FAZ) zur Seite steht.

Der „Bericht aus Berlin“ von 18.35 bis 19.30 Uhr schaltet noch einmal nach Lahr zur Abschiedszeremonie am Flughafen, bei der auch der Bundespräsident anwesend sein wird. Reporter vor Ort ist Rainald Becker. www.daserste.de

Print Friendly
UA-15643972-1