Wohnungsfirmen gegen Free-TV-Verschlüsselung

(RapidTVNews) Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) hat die Kabelgesellschaften dazu aufgefordert, werbefinanzierte Privatsender unverschlüsselt zu verbreiten.

„Das derzeitige analoge Free-TV-Angebot muss auch digital ohne Zusatzgebühr in den Kabelnetzen verfügbar bleiben“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko in Berlin. „Darüber hinaus bedeutet eine weitreichende zwangsweise Adressierbarkeit das Ende der anonymen Rundfunknutzung und ist auch datenschutzrechtlich bedenklich.“

Laut dem „Digitalisierungsbericht 2011“ der Landesmedienanstalten empfangen lediglich 42,5 Prozent der Kabelhaushalte digitales Fernsehen, obwohl die Kabelnetze zu 100 Prozent digitalisiert sind. Wesentlicher Grund der Zurückhaltung der Kabelkunden sei vor allem die bei vielen Netzbetreibern übliche entgeltpflichtige Verschlüsselung privater werbefinanzierter TV-Programme, die viele Kabelkunden von der digitalen Nutzung abhalte, kritisiert der Verband.

Der GdW fordert von den Sendern und Kabelnetzbetreibern die freiwillige Abkehr von der Verschlüsselung analog bisher frei empfangbarer TV-Programme, anderenfalls sei ein gesetzliches Verbot notwendig. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass digitale TV-Programme, die via Satellit von jedermann unverschlüsselt frei empfangen werden können, nur im Kabel verschlüsselt angeboten werden“, sagte Gedaschko. Auch sei die Verschlüsselung dieser Programme mit den Grundsätzen des Rundfunkstaatsvertrags nicht vereinbar.

„Nur eine unverschlüsselte Verbreitung digitaler werbefinanzierter Programme wird die Attraktivität digitaler Programme im Kabel steigern“, sagte Gedaschko. Der GdW lehnt außerdem für werbefinanzierte Programme den Einsatz restriktiver Kopierschutzmaßnahmen und weit in die Privatsphäre der Zuschauer eingreifender Rechtemanagementsysteme ab.

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